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Samstag, 21.10.2017
In der Nähe der Häusellohe befindet sich das Steinerne Kreuz. Das Steinerne Kreuz um 1970
Das Steinerne Kreuz bei der Häusellohe
10 Minuten Gehweg östlich der Häusellohe in Richtung Landesgrenze steht am Weg ein etwa 1½ m hohes Steinkreuz. Es stand früher auf dem freien Platz oberhalb der jetzigen Stelle von Fichten und Laubbäumchen umgeben.
Dieses Kreuz wird oft als Sühnekreuz bezeichnet. Der Volksmund und geschichtliche Hinweise jedoch sagen, dieses mächtige Granitkreuz sei ein Schwedenkreuz. Der Sage nach hat hier ein erbitterter Kampf zwischen Kaiserlichen und Schweden stattgefunden, wobei ein schwedischer General mit einer großen Anzahl seiner Leute gefallen ist. Man bettete diese Gefallenen zur Erde und errichtete über der Ruhestätte des Generals dieses Gedenkzeichen. Zu gewissen Zeiten sollen nun um Mitternacht die Schweden aus ihrem Grabe steigen, um im Kampfe gegen die Kaiserlichen den Tod ihres tapferen Generals zu rächen.
Es gibt geschichtliche Unterlagen, dass Wallenstein nach den Göllersdorfer Verhandlungen im Sommer 1632 die mit den Schweden verbündeten Sachsen aus Böhmen vertrieb und dann an unserer Landesgrenze seine Truppen gegen die Schweden zum Kampfe zusammenzog. Dass am 9.Juni 1632, am 25.April 1633 und am 31.August 1633 die Stadt Selb von Osten her durch Kaiserliche oder Kroaten geplündert wurde, und daß die Schweden versuchten, die Kaiserlichen aus unserer Gegend zu vertreiben, ist in den Kirchenbüchern jener Zeit beschrieben.
Der alte Chronist von Selb, Stadtschreiber Seybold, berichtet, daß in der Forstabteilung Steinernkreuz viele Menschen (genau wie im früheren Stopfersfurth) umkamen. Außerdem wurden bei der Waldaufforstung vor längerer Zeit nach Berichten des verstorbenen Forstoberinspektors Rentsch "ganze Moosschwingen“ voll kleiner (schwedischer) Hufeisen gefunden sowie verrostete Lanzenspitzen. Es liegt also nahe, dass das Kreuz vielleicht mit einem Kampf im Dreißigjährigen Krieg zu tun hat. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß dieser Stein schon vor dem Kriege stand und trotzdem ein Sühnestein ist.
An der Stelle stand früher eine Ortschaft mit 9 Häusern namens Wurlitz. Die dortige Waldabteilung trägt heute noch den Namen "Wurlitzloh".
Quelle: Döberlein, Christian / Döberlein, Hansgeorg - Steinkreuze / Kreuzsteine und steinerne Flurdenkmäler im Landkreis Rehau, Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde im Schulamtsbezirk Rehau, 1965, S.12, 24, 25, Nr.9
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