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Mittwoch, 27.05.2020
Geschichte des Wellerthals
Der Name Wellerthal geht zurück auf den aus Sachsen stammenden Johann Christoph WellerJohann Christoph Weller. Weller erwarb 1676 die Anlagen des bereits seit 1498 bestehenden unteren Arzberger Hammers. Nachdem dieses Hammerwerk 1680 durch ein Hochwasser der RöslauRöslau schwer beschädigt wurde, verlegte Weller die Eisenverhüttung ins Egertal. Hier ließ er zwei Blechhämmer, einen Hochofen und ein Frischfeuer unter Verwendung von Geräten und Maschinenteilen des Arzberger Hammers erbauen. So wurde auch der sich bereits fast 200 Jahre in Betrieb befindliche Hochofen von ArzbergArzberg in das Wellerthal verlegt. Bereits 1691 hebt ein Visitationsbericht die Vortrefflichkeit der Wellerschen Anlagen hervor.
Weller war ein Günstling des Bayreuther Markgrafen und galt als der bedeutendste Industrielle der Markgrafschaft und wurde 1702 zum obersten Bergverwalter ernannt, schließlich als Weller von Molsdorf in den Adelsstand erhoben. Schon 1710 beschäftigte er 46 Arbeiter, und als er 1716 starb, waren auf dem Hammerwerk 22 größere Gebäude, dazu das Herrenhaus mit Ökonomiegebäuden, Schneidemühlen, Mahlmühlen, Wirtshaus und Brauhaus vorhanden.
Von 1716 bis 1724 leitete der Sohn Wellers, Johann Christoph Weller, den Hammerbetrieb für sich und seine Miterben, Schwester Maria Catharina, verwitwete von Paschwitz und Maria Sophia von Lehenstein. Von 1724 bis 1735 übernahm Maria Catharina von Paschwitz den Hammer allein, ihr folgten in der Hammerleitung ihr Sohn Johann Christoph von Paschwitz und später ihr Enkel Joseph Gottlieb Ernst von Paschwitz, der den Hammer bis 1774 führte. Zeitweise - um 1750 - waren Beständer auf dem Hammer. Solche Beständer finden sich öfter auf Werken, die adeligen Herren gehörten, die sich aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage fühlten, selbst die Geschäfte zu führen. Die Beständer standen in einer Art Pachtverhältnis zum Besitzer (siehe Geschichte des Blumenthals Geschichte des Blumenthals ).
Die von Paschwitz hatten das Patronat über die Kirche in Thierstein Thierstein , ihr Wappen ist heute noch in der Nähe des Altars angebracht. Der letzte von Paschwitz auf Wellerthal war Joseph Gottlieb Ernst, der 1774 starb. Die Witwe Charlotte Ernestine Friedericke geb. v. Muffel heiratete den Hammermeister Johann Michael Zeidler, der den Wellerhammer weiterführte. Als weitere Besitzer treten Pfarrer Scheretz in Arzberg und Andreas Werner aus Böhmen auf. Letzterer war aber kein Fachmann, sondern Bauer. Er hatte das Hammergut für 60000 Gulden gekauft. Unter ihm kam das Hammerwerk immer mehr in Verfall und mußte 1850 stillgelegt werden.
Schließlich kam es zur Zwangsversteigerung, auf der es der Staat am 30. Oktober 1853 für 11000 Gulden erwarb. 1860 errichtete der Staat dort ein Sägewerk, nachdem die alten Hüttengebäude abgebrochen worden waren. Heute besteht noch ein Forsthaus, das bis vor einigen Jahren noch bewirtschaftet war.
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